2026-04-06:
Ich habe ein zu gutes Herz und sicher auch irgendwelche saarländischen Ludolf-Gene in mir. Bei vielen Teilen sehe ich einen Wert, obwohl jede Logik schreit „schmeiß das weg!“. Aber ich sehe etwas anderes darin, ein gewisses Potenzial. So kam es zu diesem Projekt auf Basis eines 36V Trekking-Pedelec.
Der Akku ist platt, die Reifen und Bremsen sind hinüber, ebenfalls so ziemlich jeder Bowdenzug. Federgabel, Dynamo, Scheinwerfer, Bremshebel rechts, Schutzblech hinten, Kettenschutz, Kette, … – na eigentlich fast alles ist kaputt. Es stand auch schon als wirtschaftlicher Totalschaden beim Schrott.
An diesem Punkt kommt Freizeit ins Spiel. Wenn ich nämlich nicht arbeite, kann ich durchaus über meine Zeit frei verfügen. Und über den Schrott auch, wie praktisch. Bei diesem Rex gab es allerdings nie Eigentumszweifel, ich bekam es nämlich geschenkt, jawohl. 😉 Eines schönen Abends begann ich mit dem Abbau sämtlicher nicht benötigten und defekten Teile, also auch alle elektrischen Komponenten. Das motorlose Vorderrad war noch da und stammt von einem anderen geschlachteten Fahrrad. Die schwarzen Speichen sind toll, passen aber optisch nicht zum Hinterrad mit silbernen Speichen. Egal, mal schauen was sich noch findet. Der Gepäckträger war gleichzeitig Akkuhalter und verschwand ersatzlos. Das hintere Schutzblech versuche ich später gekürzt wieder zu verwenden. Das Ergebnis des ersten Abends sah dann so aus:
Ist der Rahmen nicht cool!? 😍 Er ist auch noch recht gut im Lack. Der nächste Schritt heißt wohl Reinigung…
2026-04-07:
Es ging wieder etwas an Rex weiter. Erste kleine Bastelaktion war das Kürzen des hinteren Schutzbleches, damit es weiter Verwendung finden kann. Das Endstück aus Gummi nietete ich mit Blindnieten und Unterlegscheibchen wieder an. Die drahtigen Schutzblechhalter versetzte ich ebenfalls, die passen super.
Es folgte eine Putzaktion. Ich wedelte mit diversen Reinigungsmitteln und fingerte in diversen kleinen Winkeln und Ecken herum. Der Lappen wurde immer dunkler und ich fand immer noch mehr bedürftige Stellen. Zum Schluss hatte ich die Tretkurbeln ab und baute noch das Tretlager aus. Wahnsinn! War aber nötig, weil der Tretsensor auch amputiert werden wollte. Der Kettenschutz ist kaputt, also entfernte ich auch gleich dessen Halter.
Jetzt brauche ich erst mal ein paar Teile. Ein paar neue und einige mit etwas Erfahrung… 😉
2026-04-16:
Das Projekt Rex nähert sich der Fertigstellung. Ich bin auf dem Hof schon etwas (ohne Bremsen und ohne Schaltung) gefahren, auf jeden Fall war das spannend, hat auch Spaß gemacht. Bremsen mussten dringend her, das wurde mir dabei klar. 😉
Bei der Schlachtung hatte ich ein paar Teile gewonnen, die an Rex zum Einsatz kommen oder testweise kamen. Ein paar Arbeiten machte ich quasi doppelt, weil ich andere Teile fand, die mir besser gefielen. In so einem Fall mache ich gerne Überstunden…
Eigentlich sollte Rex keine Lichtanlage bekommen, aber es gab nur ein gebrauchtes Vorderrad mit silbernen Speichen, das hatte halt einen Nabendynamo. Es war auch noch ein B&M Lumotec Cyo-T Senso plus Scheinwerfer da, der passt gut zum Nabendynamo. Das Rücklicht ist eine Nuss, die es noch zu knacken gilt. Es liegt noch ein B&M 2C plus herum, das hat 2 LED eingebaut, ziemlich an den Rändern. Das finde ich spannend, vielleicht baue ich das an einer Stelle an, wo normalerweise kein Rücklicht hin gehört. Viele Möglichkeiten zum Anbau habe ich ja nicht und ich fand auch im Netz keine kleinen Dynamo-Rückleuchten, die mich in irgendeiner Weise ansprachen…
2026-04-19:
Es wird nie langweilig mit Rex. Im Baumarkt gab es für 3 Euro 1m eloxiertes Alu Flachprofil mit 15mm Breite. Daraus bog ich mir einen Bügel für das Rücklicht, der an den Gewinden für den Gepäckträger Halt findet. Etwas gefeilt, gebohrt und lackiert, schon hatte das Rücklicht ein neues Zuhause.








Ich hatte befürchtet, dass das Schutzblech die Rückleuchte verdecken könnte, deshalb entschied ich mich für das Rücklicht Busch&Müller 2C plus, das noch herumgelegen hat. Es ist breiter als das Schutzblech und es bleibt dadurch zwangsläufig immer eine der beiden LED sichtbar. Andere zugelassene LED-Rückleuchten haben nur 1 LED, also bin ich doch gut aufgestellt. Zudem sitzt das Rücklicht hoch genug, dass es quasi nicht verdeckt wird. Sollte so passen.








Es fehlt noch eine neue Kette und ein neuer Schraubkranz für die hintere Schaltung.
2026-04-20:
Rex bekam eine Weber Anhängerkupplung, die noch vom Peer Gynt übrig war.



Den langen Peer hatte ich so für größere Einkäufe ausgerüstet. Den Anhänger davon gibt es nicht mehr, zumindest nicht in meinem Einflussbereich. Aber die Deichsel ist noch da.




Die Kupplung ist jetzt natürlich nicht gerade ein optischer Leckerbissen, aber irgendeinen Tod muss ich halt sterben. Die Steckdose ist derzeit noch Attrappe, vielleicht brauche ich die gar nicht (wenn der Anhänger kein Licht bekommt). Und wenn sie dran kommt, bin ich jetzt noch nicht sicher, ob sie das Rücklicht am Fahrrad abschaltet oder nicht. Der Nabendynamo sollte locker mit ein paar LED-Lichtern klar kommen.
Es fehlen immer noch Kette und Schraubkranz…
2026-05-03:
Ja, die Kräfte auf die Radachse können bei Schraubkränzen schon ganz schön ordentlich sein. Insofern war das am Rex jetzt kein Schaden, der völlig unerwartet auffiel. Explizit nachgesehen hatte ich die Achse allerdings auch nicht, ich wollte nur einen neuen Schraubkranz montieren.
Jetzt hatte ich eine neue Hinterradnabe bestellt, diese einfachen Standardteile kosten ja nicht viel. Vielleicht kann ich nur die Achse und die Lager tauschen, so war die Idee. Und wenn nicht, kann ich das Rad immer noch auf die neue Nabe umspeichen. Allerdings kam erst mal eine verkehrt gelieferte Vorderradnabe, die bringt mich natürlich nicht wirklich voran.
2026-05-24:

Die verbogene Achse in der Hinterradnabe von Rex ist durch eine neue ersetzt, auch die Lagerkugeln übernahm ich von der neuen Nabe.



Mal schauen, wie lange die Achse gerade bleibt… 😉






































